FOSH – Ein bitterer Beigeschmack – Stellungnahme zu den Ostsee-Schutzplänen der Landesregierung

Nun ist die Katze aus dem Sack, die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat ihre Pläne zum Ostseeschutz veröffentlicht. Auch wenn der Nationalpark nicht kommt, bleibt ein bitterer Beigeschmack. Anstatt die Menschen auf Basis von Freiwilligkeit für den Naturschutz zu gewinnen und damit an positiven Erfahrungen aus der Vergangenheit anzuknüpfen, kommt nun ein Nationalpark „light“ mit Einschränkungen und Verboten.

Auch wenn viele Sperrungen nur saisonal sind, schließen sie die naturliebenden Menschen im selbsternannten Wassersportland Schleswig-Holstein von ihrem Naturerlebnis aus. Wie im Nationalpark Wattenmeer reicht in vielen Fällen schon ein pauschales Störpotenzial, den durch Wind- und Muskelkraft betriebenen Wassersport einzuschränken und damit den Eindruck zu erwecken, der Wassersport stehe hinsichtlich der Schadwirkung auf einer ähnlichen Stufe wie die Eutrophierung und die Munitionsaltlasten. Man stelle sich vor, man würde so den Fußball einschränken.

Der Mensch als Gegner der Natur! Hier hätten wir uns mehr gewünscht. Bessere Lösungen gemeinsam mit den Menschen wären möglich gewesen! Knapp einhundert Vorschläge an Stelle eines Nationalparks oder eines Naturschutzgebietes wurden im Verlauf des letzten Jahres eingereicht, darunter zukunftsweisende Lösungen wie digitale Warnsysteme in Abhängigkeit vom tagesaktuellen Auftauchen schutzbedürftiger Vögel.

So sehr wir Sperrungen kritisch gegenüberstehen, so sehr begrüßen wir die Ankündigungen den Ostseeschutz nun zeitnah wirklich anzugehen. Die Hauptprobleme der Ostsee – der Nährstoffeintrag und die Munitionsaltlasten – müssen geheilt werden. Schleswig-Holstein allein wird das nicht gelingen, hier gilt es, unsere Nachbarn an der Ostsee mitzunehmen. Diese können teilweise ohnehin als Vorbild dienen, wie im Fall von Dänemark. Förderung von Surfkultur und Naturschutz – ohne Nullnutzungszonen.

Machtpolitisch ist ersichtlich, dass der Koalitionsfriede in der Regierung zu Lasten einer Gruppe gewahrt wurde, die für den aktuellen Zustand der Ostsee nicht verantwortlich zu machen ist: die durch Wind- und Muskelkraft angetriebenen Wassersportler! Für dieses negative Framing von Anfang an hat sich die Initiative Freie Ostsee Schleswig-Holstein entschlossen, Minister Goldschmidt und dem MEKUN den „Goldenen Stacheldraht 2024“ zu verleihen, den Preis der Initiative Freie Ostsee Schleswig-Holstein für eine einseitige Politik zu Lasten der Wassersportler.

Björn Brüggemann: „Die Einschränkungen für den Wind- und Muskelkraft betriebenen Wassersport sind umfangreich. Heute wurde die Voraussetzung geschaffen, zukünftig mit einfachen rechtlichen Schritten weitere Verbote umzusetzen. Wie das passieren kann, haben wir an der Nordsee gesehen. Hier gilt es wachsam zu bleiben.

Pressemitteilung freie-ostsee-sh.de