NDR – Pilotprojekt vor Boltenhagen: Munitionsbergung aus der Ostsee

In der Ostsee liegen geschätzt 300.000 Tonnen Weltkriegsmunition. Seit Jahren rosten Granaten und Patronen im Meer, inzwischen gelangen krebserregende Stoffe in die Nahrungskette […]

Vor Boltenhagen (Landkreis Nordwestmecklenburg) läuft ein vom Bund finanziertes Pilotprojekt, das klären soll, wie Munition im großen Stil geborgen und direkt vernichtet werden kann. Berufstaucher dokumentieren dabei jeden Fund: Nur noch selten sind Granaten und Patronen in gutem Zustand – oft zerbröseln sie beim Berühren, wodurch weiteres Gift ins Wasser gelangen kann. In anderen Fällen sind die Teile im Sediment zu festen Klumpen „zusammengebacken“, was sowohl Bergung als auch spätere Vernichtung erschwert.

Getestet wird auch eine mobile Verbrennungsanlage, die perspektivisch direkt auf See zum Einsatz kommen könnte. Laut Robert Mollitor, Chef des Munitionsbergungsdienstes Mecklenburg-Vorpommern, ist Eile geboten: Bei Fischen und Muscheln aus den Versenkungsgebieten wurden bereits Lebertumore nachgewiesen. Allein in der Wismarbucht vermuten Experten rund 450 Verklappungsstellen aus der Nachkriegszeit.

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