Chrismon – Seegras in der Ostsee: So kann ich Natur und Klima schützen

Ehrenamtliche Taucherinnen und Taucher verpflanzen seit zwei Jahren an der Ostsee Seegras – eine Arbeit mit großer ökologischer Wirkung. Im Interview mit chrismon erklärt der Meeresbiologe und Forschungstaucher Christian Lieberum vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, warum Seegraswiesen so wichtig sind: Sie bieten Lebensraum und Kinderstube für zahlreiche Arten, stabilisieren den Meeresboden und wirken als natürlicher Filter für Nährstoffe und Driftalgen.

Besonders bedeutsam ist die Rolle der Seegraswiesen als „Blue Carbon“-Speicher: Sie nehmen CO² auf und lagern den Kohlenstoff langfristig im Meeresboden – ähnlich wie Moore an Land. Verschwindet das Seegras, geht nicht nur der Lebensraum verloren, auch der gespeicherte Kohlenstoff kann wieder freigesetzt werden. Während der Bestand in der Kieler Förde dank geringerer Nährstoffeinträge leicht zunimmt, geht er an anderen Küsten wie der Flensburger Förde durch Landwirtschaft, Meereserwärmung und Extremwetter weiter zurück.

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