Nach dem Vorschlag der EU-Kommission für die Ostsee-Fangquoten 2027 rufen Umwelt- und Angelverbände – darunter Coalition Clean Baltic, WWF Ostsee-Programm und Seas At Risk – die EU-Fischereiminister dazu auf, erste Anzeichen einer Erholung beim zentralen Ostsee-Hering nicht als Freibrief für starke Quotenerhöhungen zu werten. Ein Anstieg der Biomasse allein zeige noch keinen gesunden, widerstandsfähigen Bestand.
Bei der vorgeschlagenen Heringsquote für den zentralen Ostseeraum (143.860 Tonnen, plus 49 %) sehen die NGOs die vorsichtige Erholung des Bestands berücksichtigt und unterstützen sie. Beim Bottnischen Hering fordern sie dagegen eine niedrigere Quote als vorgeschlagen. Für Sprotte – eine wichtige Nahrungsgrundlage für Dorsch, Lachs und Seevögel – mahnen sie, die dokumentierten Fehlmeldungen beim Fang und die ökologische Schlüsselrolle der Art stärker zu berücksichtigen.
Beim Dorsch bleibt die Lage nach wie vor kritisch: Die Wissenschaft empfiehlt für den östlichen wie den westlichen Ostsee-Dorschbestand weiterhin einen Fangstopp. Die Kommission schlägt vor, die Beifangquoten für 2027 um 51 bzw. 88 Prozent zu senken. Die EU-Fischereiminister entscheiden im Oktober über die endgültigen Fangmengen.
Vollständige Stellungnahme (englisch) bei seas-at-risk.org