Die Nordsee ist kein leerer Raum, der nur auf seine Erschließung wartet – sie ist eines der am intensivsten genutzten Meeresgebiete der Welt und steht bereits durch Schifffahrt, Fischerei und Energieinfrastruktur unter erheblichem Druck. Die entscheidende Frage bei der Mehrfachnutzung von Windparks müsse lauten: Hilft sie dabei, menschliche Aktivitäten innerhalb ökologischer Grenzen zu halten – oder schafft sie nur neue Möglichkeiten, ein bereits überlastetes Meer noch stärker zu nutzen? […]
Die NGO-Koalition Seas At Risk (u.a. mit WWF Deutschland und Deutscher Umwelthilfe) fordert in einem Positionspapier, dass die Mehrfachnutzung von Offshore-Windparks – etwa durch Muschel-, Austern- oder Algenzucht sowie kleine, schonende Fischerei – der Natur zugutekommen muss, statt den Druck auf ohnehin belastete Meeresökosysteme weiter zu erhöhen. Die Organisation fordert, dass dieses Prinzip auch die anstehende EU-weite Überarbeitung der Richtlinie zur maritimen Raumplanung leiten solle – eine Regelung, die auch für die Windparkplanung in der Ostsee maßgeblich ist. Bodenschleppnetzfischerei und intensive Aquakultur sollten in Windparks dagegen nicht zugelassen werden.
Artikel weiterlesen (englisch) auf seas-at-risk.org