FishSec – Neuer Bericht: Kleine Fische, große Wirkung

Die Ostsee verändert sich – und mit ihr die Bestände der kleinen Fische, die im Zentrum ihres Nahrungsnetzes stehen. Beutefische wie Sprotte und Hering sind entscheidend für die Gesundheit des Ostsee-Ökosystems: Sie dienen Raubfischen wie Dorsch und Lachs, Seevögeln und Meeressäugern als wichtige Nahrungsquelle und übertragen Energie und Nährstoffe durch das gesamte Nahrungsnetz. Jahrzehntelanger hoher Fischereidruck hat jedoch in Kombination mit Klimawandel, Verschmutzung und Lebensraumverlust einige dieser Bestände an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

Der neue wissenschaftliche Bericht „Small fish with a big impact“ von FishSec zeigt: Der Rückgang der Bestände ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis langanhaltender Prozesse – verursacht durch hohen Fischereidruck in Kombination mit steigenden Wassertemperaturen, sinkendem Salzgehalt und veränderter Nahrungsverfügbarkeit. Betroffen sind sowohl das Ökosystem Ostsee als auch die Fischereiwirtschaft der Region.

Der Bericht liefert einen umfassenden Überblick über den Zustand der Bestände kleiner pelagischer Fische und ihre zentrale Rolle im Ostsee-Ökosystem, benennt die auf sie wirkenden Belastungen und bewertet das bestehende Fischereimanagement samt Umsetzung der einschlägigen EU-Fischereiregeln. Daraus leitet FishSec konkrete politische Empfehlungen ab, u.a.:

  • Sofortmaßnahmen: Fangmengen deutlich unter den höchstmöglichen Dauerertrag (MSY) senken und strikte Grenzen beibehalten, bis sich die Bestände mindestens drei Jahre in Folge nachweislich erholt haben; gebietsspezifische saisonale Beschränkungen zum Schutz gefährdeter Bestände.
  • Langfristiger Ökosystemschutz: Erholungspläne für die drei gefährdeten Heringsbestände entwickeln, genetische Vielfalt durch bestandsspezifisches Management erhalten, wichtige Laichhabitate wiederherstellen und Überwachung sowie Kontrolle verbessern.
  • Wissenschaftsbasiertes Management: Weg von einer Einzelarten- hin zu einer ökosystembasierten fischereilichen Beratung; mehr Forschung zu Klimafolgen und Arteninteraktionen; Anpassung der Managementmaßnahmen an ökologische Veränderungen.

Um die Widerstandsfähigkeit der Ostsee wiederherzustellen, muss laut FishSec das Management von Sprotte und Hering dringend verbessert werden – die kleinen Fische haben eine große Wirkung, nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und sozial.

Artikel weiterlesen (englisch) auf fishsec.org