LN-Online – Ostseeschutz vor Fehmarn: So steht es um den Aktionsplan, der die Nationalpark-Pläne ersetzt

Aktionsplan statt Nationalpark: Vor zwei Jahren legte die Landesregierung einen neuen Plan zum Schutz der angeschlagenen Ostsee vor. Was ist bisher passiert? An welchen Stellen hapert es? […]

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Wichtigste Aussagen des Artikels

Aktionsplan Ostseeschutz 2030: 12,5 Prozent der schleswig-holsteinischen Ostsee stehen unter strengem Schutz – darunter neue und bestehende Schutzgebiete westlich von Fehmarn, in der Geltinger Bucht bis zur Schleimündung sowie in der südlichen Hohwachter Bucht. In den Schutzgebieten ist jede Form der Fischerei verboten, einschließlich Freizeitfischerei.

Wassersport-Ausnahmen: Für Fehmarn werden voraussichtlich zwei Kitesurf-/Windsurfspots (vor Püttsee und Westermarkelsdorf, je ca. 1,5 km²) vom Befahrensverbot November bis Ende März ausgenommen. Die konkrete Befahrensverordnung befindet sich noch im Genehmigungsprozess; das Umweltministerium plant, den Antrag noch im Sommer 2026 ans Bundesverkehrsministerium zu schicken.

Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft: Ziel sind 400 Tonnen weniger Stickstoff und 13 Tonnen weniger Phosphor bis 2035 – erreicht werden soll das durch freiwillige Maßnahmen. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verlangt allerdings ein Vielfaches dieser Reduktion. Aktuelle Messzahlen liegen dem Ministerium nicht vor; eine erste Überprüfung ist für Ende 2026 geplant.

Meeresschutzstation ohne Standort: Die im Aktionsplan vorgesehene Meeresschutzstation hat noch keinen festen Standort. Die sieben Stellen sind besetzt und die Mitarbeitenden arbeiten derzeit aus Kieler Ministeriumsbüros. Angebote für die Öffentlichkeit sowie ein Besucherinformationssystem sind in Vorbereitung.

Nationalpark-Debatte nicht beendet: Laut Mitinitiator der Protest-Bewegung, Jochen Czwalina, ist die Forderung nach einem Nationalpark Ostsee nicht für alle vom Tisch – spätestens zur Landtagswahl 2027 könnte das Thema wieder aktuell werden.