Nordschleswiger – „Fall für Satiresendung“: Amtsschimmel verhindert Wiederanpflanzung von Seegraswiesen

Sie gilt als großer Hoffnungsschimmer für die geschundene Artenvielfalt in der Ostsee und zum Binden von CO₂: die Wiederanlage von Seegraswiesen. Doch nun liegen mehrere Renaturierungsprojekte vor Schleswig-Holstein auf Eis, weil die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes von ehrenamtlichen Tauchgruppen Nutzungsentgelte und Gebühren verlangt. Der Tauchsport-Landesverband SH warnt in einem Brandbrief an zwei Bundesminister vor einem „Fall für Satiresendungen“. Tauchsportler-Präsident Wolfgang-Dieter Glanz: „Aktuell steht das Ende aller Renaturierungsmaßnahmen in SH bevor.“ Die Clubs sollen bis zu 800 Euro Gebühren zahlen, nur um einen Antrag zu stellen – plus jährliche Nutzungsentgelte für die Renaturierungsflächen. BUND, NABU und Landesnaturschutzverband nennen das ein „Stück aus dem Tollhaus“. Die Seegraswiesen-Renaturierung wird vom Kieler GEOMAR koordiniert, die Taucher werden von Sea Shepherd geschult. Seegraswiesen sind Kinderstube für Dorsch und Hering, stabilisieren den Sand und speichern CO₂. Umweltminister Tobias Goldschmidt drängt auf eine gemeinsame Lösung mit Bundesbehörden und Verbänden. […]

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