Industrieabwässer aus der Stahl- oder Zementproduktion sind bestens geeignet, um Kohlendioxid langfristig und sicher chemisch zu binden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon. Bislang werden die Abwässer ungenutzt in Flüsse eingeleitet – künftig könnten sie Millionen Tonnen CO2 neutralisieren. Trotz des Pariser Klimaabkommens nimmt der Kohlendioxidausstoß weltweit zu. Im Fokus steht die chemische Bindung durch Karbonate – ein natürlicher Prozess, der seit Milliarden Jahren die CO2-Konzentration kontrolliert. Karbonate gelangen durch Verwitterung in die Flüsse und ins Meer, wo sie mit CO2 reagieren. Das Klimagas bleibt so für lange Zeit chemisch gebunden. Forschende des Hereons haben nun einen Prozess marktreif gemacht: Statt alkalische Industrieabwässer mit Schwefelsäure zu neutralisieren, werden sie mit Kohlensäure behandelt. So lässt sich CO2 in großen Mengen als Hydrogenkarbonat langfristig im Wasser binden. „Das Großartige daran ist, dass die Anlagentechnik bereits verfügbar ist“, sagt Institutsleiter Prof. Helmuth Thomas. Rechnet man alle alkalischen Industrieabwässer zusammen, könnten weltweit pro Jahr 30 Millionen Tonnen CO2 gebunden werden. […]
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