Zwei Jahre nach dem Aktionsplan Ostseeschutz der Landesregierung fordert ein Bündnis mehrerer Umweltverbände mehr verbindlichen Schutz des Meeres. Zwar gebe es Zielvereinbarungen mit der Landwirtschaft zur Reduktion von Nitrat- und Phosphat-Einträgen, Ostseebeiräte hätten zusätzliche Maßnahmen erarbeitet und es sei Personal eingestellt worden, erklärte das Bündnis. «Vieles aber bleibt unverbindlich, unklar, offen.»
Nach monatelanger, teils scharf geführter Auseinandersetzung hatte sich Schwarz-Grün im März 2024 auf neue Schutzgebiete geeinigt. Die Pläne von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) für einen Nationalpark verschwanden in der Schublade. Kommende Woche treten drei neue Meeresschutzgebiete in Kraft – westlich von Fehmarn, in der südlichen Hohwachter Bucht sowie zwischen der Schleimündung und Gelting.
Damit stehen nach Ministeriumsangaben künftig 12,5 Prozent des im Hoheitsgebiet liegenden Teils der Ostsee unter strengem Schutz. Die Verbände kritisieren, dass laut EU-Wiederherstellungsverordnung hingegen 20 Prozent der Meeresfläche wieder in einen natürlichen Zustand versetzt werden sollen. Das sei nur mit konsequent nutzungs- und störungsfreien Wasserflächen zu erreichen.
[…]