Die hohen Nährstoffeinträge in die Ostsee – etwa aus Düngemitteln aus der Landwirtschaft – gehen zurück. Trotzdem verbessert sich die ökologische Lage des Binnenmeers bisher kaum. Warum das so ist, erklärt eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde.
Hauptgrund ist demnach, dass aus Verbindungen am Meeresboden große Mengen Phosphat freigesetzt werden – und Phosphat ist einer jener Nährstoffe, die auch in den etwa aus der Landwirtschaft in die Ostsee gespülten Düngemitteln enthalten sind. Einträge durch Dünger in die Ostsee sind noch immer ein Problem, aber zumindest zurückgegangen. Durch das nun zusätzlich aus dem Meeresboden freigesetzte Phosphat bleibt die Problematik von zahlreichen und starken Algen- und Cyanobakterienblüten aber bestehen.
Die Forschenden erklären die vermehrte Freisetzung von Phosphat aus dem Boden nun mit genau diesen Algen- und Cyanobakterienblüten. Denn wenn das organische Material nach unten sinkt, wird es im Tiefenwasser von Mikroorganismen abgebaut. Dabei wird oft der komplette Sauerstoff verbraucht – und es entstehen immer mehr sauerstofffreie Zonen am Boden der Ostsee.
Phosphat aus dem Boden verstärkt Algenblüten
Normalerweise wird Phosphat am Boden etwa von Eisen und Mangan mineralisch gebunden. Das geht aber nur mit Sauerstoff. Ohne Sauerstoff lösen sich diese Verbindungen mit der Zeit auf und das Phosphat wird freigesetzt – was quasi als Dünger an der Oberfläche wiederum Algen- und Cyanobakterienblüten verstärken kann.
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