NDR – Neue Pflicht für Ostsee-Angler: Gefährdete Arten per App melden

Neues Jahr, neue Regeln – auch für die Meeres-Angler in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und Europa. Jeder, der in der Ostsee angelt, muss sich künftig per Smartphone-App registrieren und seine Fänge elektronisch melden.

Die Zeiten, in denen Angler dicke Dorsche aus der Ostsee gezogen haben, sind längst vorbei. Denn dem Dorsch geht es schlecht, genau wie dem Aal und dem Wildlachs. Dennoch können diese selten gewordenen Fische an den Haken gehen. Wenn das passiert, müssen die Angler das künftig melden – über die Smartphone-App RecFishing. Die zugrundeliegende EU-Kontrollverordnung gilt ab dem 10. Januar 2026.

Kritik: Fehlende Netzabdeckung und Alternative

Die Angler aber sind noch sind skeptisch und haben Bedenken. Norbert Hentschel, Angler aus Kühlungsborn, sieht eine reine App-Lösung kritisch: „Vor zwei, drei Tagen war ich im Angelladen. Da war ein älteres Ehepaar, die haben ja nicht mal ein Handy. Der hat gesagt, ich wüsste noch nicht einmal, wo ich das eintragen soll. Was machen dann solche Leute?“ Horst Stark aus Kühlungsborn fürchtet einen großen Mehraufwand: „Ich hab‘ das gestern gerade wieder gehabt, draußen auf See, vor Markgrafenheide, 2.000 Meter von der Küste weg. Da hab‘ ich kein Netz, keinen Balken, nichts, gar nichts. Und ich sehe nicht ein, dass ich mich zu Hause noch hinsetze und dann alles nachtrage. Irgendwann ist mal gut.“

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