ZEIT – Dorsch over

Die Ostsee sieht so schön romantisch aus. Betrachtet man die Meeresbilder Caspar David Friedrichs, mag der Blick zunächst auf die Segelschiffe gehen oder zu den fernen Kirchtürmen an Land schweifen. Der eigentliche Star bleibt aber stets: die Ostsee selbst. Still liegt sie meist da, umso tiefer aber zieht sie den Betrachter in den Bann. Gegen solch einen metaphysischen Sog sieht selbst der dunkelste deutsche Wald alt aus.

Doch bergen Friedrichs Ostseebilder auch allerlei Illusionen. Bei seinem berühmten Gemälde Ansicht eines Hafens rätselte man lange, ob es sich dabei um Stralsund oder Greifswald handelt. Tatsächlich zeigt es keine der beiden Städte, sondern ist ein Mash-up. Ähnlich beim noch berühmteren Kreidefelsen auf Rügen. Die von Friedrich geschaffene Perspektive auf die Klippen hat es so nie gegeben, sondern war eine Kombination aus zwei verschiedenen Ansichten. […]

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