idw – Seegraswiesen für die Ostsee

Im Projekt SeaStore entwickeln Forscher*innen der TU Berlin ein Entscheidungsunterstützungssystem zur Wiederansiedlung von Seegraswiesen / Hoffnungsträger für den Klimaschutz

Seegraswiesen zählen zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern unserer Meere und könnten künftig eine zentrale Rolle im naturbasierten Klimaschutz spielen. Das Verbundprojekt SeaStore verfolgt das Ziel, Seegraswiesen in der Ostsee wiederanzusiedeln. Die Technische Universität Berlin ist mit einem zentralen Beitrag beteiligt. Sie entwickelt ein datenbasiertes Entscheidungsunterstützungssystem, das Behörden und andere Interessierte bei der Planung und Durchführung von Wiederansiedlungen unterstützt.

Wiederansiedlung für die Zukunft

Seegraswiesen sind wertvolle Ökosysteme. Sie bieten Lebensraum für eine Vielzahl mariner Arten und gelten als „Kinderstube“ für viele – auch ökonomisch relevante – Fischarten. Noch wichtiger im Kontext des Klimaschutzes ist ihre Eigenschaft, große Mengen an Kohlenstoff zu binden, sowohl in ihrer Biomasse als auch langfristig im Sediment, ähnlich wie Moore oder Wälder. Dabei übertreffen sie in manchen Regionen sogar andere Lebensräume in ihrer CO₂-Speicherkapazität, beispielsweise Wälder, die durch die Trockenheit der letzten Jahre geschwächt sind und sich in einigen Regionen zu CO2-Quellen entwickelt haben.

In der Vergangenheit ist der Bestand an Seegras in Nord- und Ostsee stark zurückgegangen. Ursachen waren Nährstoffeinträge durch Überdüngung in der Landwirtschaft, die zu großen Algenblüten führten und den Seegraswiesen das Licht nahmen, aber auch Küstenbebauung, Krankheiten und Sedimentveränderungen. In der Ostsee sind heute nur noch geringe Anteile des einst großflächigen Bestandes vorhanden. Das SeaStore-Projekt trägt dazu bei, das zu ändern. Durch gezielte Wiederansiedlungen, begleitet von intensiver Forschung, sollen neue Seegraswiesen etabliert und gleichzeitig die besten Methoden für die Ansiedlung unter verschiedenen Umweltbedingungen identifiziert werden.

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