Das Meeresforschungsinstitut Geomar prangert eine Überfischung in Ost- und Nordsee an: Die von der EU erlaubten Fangmengen dezimieren Fischarten, weil Bestandsgrößen systematisch überschätzt werden.
Vor gut 20 Jahren, 2003, tummelten sich in der westlichen Ostsee nach Hochrechnungen noch laichbereite Dorsche mit einem Gewicht von 35.000 Tonnen. Mittlerweile sind es nur noch weniger als 5000 Tonnen – und das, obwohl niemand mehr aus dem Meer weggefischt hat als erlaubt war.
Regelmäßig viel zu optimistisch
Für das Kieler Meeresforschungsinstitut Geomar ist der Schwund des einstigen Brotfischs in dem Ostseeabschitt zwischen Deutschland, Dänemark, Schweden und Polen deshalb ein Beleg für ein systemisches Versagen der EU-Fischereipolitik. Denn die beschließt Jahr für Jahr die Fangquoten für Fischer und Angler – und das laut Einschätzung des Geomar regelmäßig viel zu optimistisch.
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