NDR – Pilotprojekt: Rostocker Taucher holen Weltkriegsmunition aus Ostsee

Taucher haben am Wochenende vor Boltenhagen Weltkriegsmunition vom Grund der Ostsee geholt. Damit starteten sie ein Pilotprojekt zur Bergung alter Munition, das zunächst einen Monat lang dauern soll.

Sieben Kilometer nordöstlich von Boltenhagen haben Taucher am vergangenen Wochenende aus 22 Metern Tiefe Panzerfäuste, Handgranaten und Sprenggranaten geborgen. Zur genauen Menge der Weltkriegsmunition konnte der Chef der Baltic Taucher, Eyk-Uwe Pap, noch nichts sagen. Die Munition sei jedoch in einem sehr schlechten Zustand. Zufrieden ist er allerdings mit den Abläufen des Projekts. Neben den Tauchern sind Techniker, Vermesser, Ingenieure und Seeleute im Einsatz. Getaucht wird Tag und Nacht im Zwölf-Stunden-Rhythmus – maximal zwei Wochen am Stück, danach werde das Team ausgestauscht.

Riesige Mengen Weltkriegs-Hinterlassenschaften

Auf dem Boden der Ostsee lagern riesige Mengen Munitionsschrott. Experten sprechen von bis zu 300.000 Tonnen. Allein die Belastung in der Wismarer Bucht wird auf bis zu 50.000 Tonnen geschätzt, die dort im Zweiten Weltkrieg versenkt wurde. Die Altmunition verrottet zunehmend. Sie droht zwar nicht zu explodieren. Aber durch Korrosion der Behälter könne Sprengstoff freigesetzt werden, der sich im Wasser löse, so die Experten. Die Bestandteile dieser Chemikalien können krebserregend und mutationsfördernd wirken, vor allem wenn sie in die Nahrungskette von Meerestieren gelangen.

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