Stadtblog Flensburg – Munition und chemische Kampfstoffe in der Flensburger Förde gefährden zunehmend Mensch und Umwelt

Bergung und Sicherung von Altlasten aus dem II. Weltkrieg läuft nur zögerlich an – Weitere Finanzierung ungeklärt

Nur wenige Touristen, Urlauber und Einheimische ahnen beim sommerlichen Baden in der Flensburger Förde, dass sie sich in einem Teil der Ostsee befinden, dessen marine Lebenswelt durch Kriegsaltlasten hochgradig bedroht ist. Denn In der deutschen Nord- und Ostsee lagern ca. 1,6 Millionen Tonnen konventioneller Munition und 5.000 Tonnen chemischer Kampfstoffe, die im Zweiten Weltkrieg durch Militäroperationen oder danach durch Verklappung versenkt wurden. (Quelle: Umweltbundesamt) Für die deutschen Ostseegewässer haben Behörden bisher eine Belastung von bis zu 300.000 t   angegeben. Zugleich wurde in der Ostsee deutlich mehr chemische Munition, rund 5.000 Tonnen, als in der Nordsee versenkt, circa 90 Tonnen im Helgoländer Loch. (Quelle: SH Landesregierung)

Aufgrund der unklaren Datenlage für den Ostseebereich muss diese Schätzung, laut eines Berichts der schleswig-holsteinischen Landesregierung und nach Angaben des Bundesumweltamtes allerdings als wenig belastbar angesehen werden. Neuere Forschungsergebnisse und -erkenntnisse lassen höhere Zahlen vermuten.

Diese Altlasten gefährden nicht nur Schiffsverkehr, Fischerei, Tourismus, sondern auch Menschen an Stränden sowie die Meeresumwelt und behindern ebenfalls Offshore-Installationen und Seekabel-Verlegungen. Das gilt vor allem für die Flensburger Innen-und Außen-Förde, aber auch für den Flensburger Hafen im Bereich Kielseng und Mürwik. Dort als Folge einer gewaltigen Explosion von gesammelter Munition im „Lager Kielseng“ am 14. Juni 1945, die mindestens 53 Menschen das Leben kostete und weite Teile des Freihafens und Marine-Hafens völlig verwüstete, Schiffe kentern ließ und ebenso erhebliche Schäden im gesamten Stadtgebiet verursachte.

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