Ozeanforscher schlagen Alarm: Die Bestände von Dorsch und Hering in der Ostsee seien so dezimiert, dass sie sich nur durch ein „generelles Fangverbot“ erholen könnten. Die Grünen unterstützen das. Die Gegenseite warnt vor einem Ende der Fischereiwirtschaft in Schleswig-Holstein.
Letzter Weckruf oder überzogener Alarmismus? Mit einem Plädoyer für den umgehenden und vollständigen Stopp der Dorsch- und Heringsfischerei an der deutschen Ostseeküste haben zwei Forscher des renommierten Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel den seit Jahren schwelenden Streit über die Zukunft der Ostsee-Fischerei neu angeheizt.
„Der Bestand ist mittlerweile so klein, dass er sich ohne ein generelles Fangverbot nicht erholen kann“, so der Meeresbiologe Rainer Froese zu WELT. Die Entscheidung des damaligen Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir (Grüne), auf ein solches Fangverbot in der westlichen Ostsee zu verzichten, sei ein „Fehler“ gewesen.
Froese hatte seine Sicht der Dinge in der vergangenen Woche zusammen mit seinem Geomar-Kollegen Thorsten Reusch vor dem Umweltausschuss des Landtags von Schleswig-Holstein dargelegt. Demnach haben die ohnehin schon erheblichen Fangbeschränkungen für die beiden Fischarten in der Vergangenheit nicht für die dringend notwendige Erholung des Bestands in der westlichen Ostsee gesorgt.
[…]
