NDR – Fischereikrise ohne Ende: Experten weiter für Fangstopp beim Ostseehering

Dem Heringsbestand in der westlichen Ostsee geht es weiter schlecht. Die Winter sind zu warm, die Heringslarven schlüpfen früher und verhungern. Nun will der ICES seine Berechnungsmodelle überarbeiten – mit möglicherweise positiven Effekten für die hiesige Fischerei.

von Martina Rathke

Für den Hering in der westlichen Ostsee ist keine Besserung in Sicht. Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat deshalb für 2026 erneut ein absolutes Fangverbot empfohlen. Beschlossen werden die Quoten im Oktober vom EU-Ministerrat. Schon jetzt sind die Fangmengen für die deutschen Heringsfischer mit 435 Tonnen sehr niedrig. Gefangen werden darf der einstige „Brotfisch“ in der westlichen Ostsee nur noch mit Stellnetzen. Die industrielle Schleppnetzfischerei ist schon seit Jahren verboten.

Keine deutliche Verbesserung erkennbar

„Diese Empfehlung für 2026 war angesichts der Auswirkungen der klimatischen Veränderungen absehbar“, sagt Christopher Zimmermann, Direktor des Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Gerade hat das Forschungsschiff „Clupea“ das Heringslarven-Monitoring im Greifswalder Bodden, der Kinderstube des Herings, beendet. Exakte Auswertungen liegen noch nicht vor. Aber die Bilanz der Forscher ist ernüchternd: „Auch in diesem Jahr ist keine deutliche Verbesserung erkennbar“, so der Leiter des Monitorings, Patrick Polte.

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